Die Selfservice-Ad-Pinnwand für Zeitungs-Websites
Von Stephan Sperling | 29.Juni 2009
Ein für Anzeigenkunden und den Verlag simples Modell der Website-Vermarktung zeigt ein 22 Jahre alter Stundent aus Yale. Neben jedem Artikel wird über sein System ein eine virtuelle Pinnwand angezeigt. Anzeigenkunden können selber aussuchen, zu welchem Artikel sie ihre Anzeige pinnen wollen. Self-Service-Ad-Targeting nennt man das dann wohl – und so sieht es aus:
Wie Forbes.com berichtet wird der junge Start-Up-Gründer mit Aufträgen gerade überrannt:
PaperG’s Wong says he can’t meet the demand from all the local news outlets knocking on his door. The six-employee shop works with over 50 companies, including the Boston Globe and Minnesota investigative news blog MinnPost. Hearst is rolling out PaperG’s Flyerboard on its 21 regional news sites, starting this summer with the Houston Chronicle. MTV also plans to launch the ad service on its 500 university news sites.
Wie wir hier immer wieder predigen, wird es für Zeitungen im Web nicht DAS EINE Geschäftsmodell geben. Der Ansatz der Pinnwand wirkt charmant und bringt für Werber und Verlage in der Tat viele Vorteile mit sich. Mag das hier im Lande mal jemand testen?
Alles über die Pinnwand lesen Sie unter www.paperg.com.
Schlagwörter: , Advertising, Anzeigen, Geschäftsmodell, paperg, Vermarktung | Kommentieren
Das lange Warten
Von Stephan Sperling | 28.Juni 2009
Heute Abend konnte ich es endlich einmal einrichten, den neuen Zeitungsdrucker am Münchner Hauptbahnhof auszuprobieren.
18:18 Uhr - Ankunft im richtigen Presseladen, am Münchner Hauptbahnhof gibt es ja trotz Print-Krise immer noch mehrere Verkaufsstellen zur Auswahl. Seitlich der Kasse befindet sich ein kleiner unscheinbarer Touchscreen. Wer in den Laden kommt ohne vorher vom Zeitungsdrucker gehört zu haben, wird sich vermutlich nicht für das Ding interessieren. Für die Präsentation am Point of Sale gibt’s also schon mal ganz klar Punktabzüge.
18:20 Uhr – Schnell klicke ich mich durch das Menü, das einfach gehalten ist. Da ich ja nur den Druck-Service testen möchte wähle ich einfach mal die USA als Herkunftsland meiner Wunsch-Zeitung, scrolle kurz en bisschen und wähle dann den „Boston Globe“ aus.
18:21 Uhr – Ich gebe meinen Namen ein und sage an der Kasse bescheid. Die Verkäuferin bestätigt über den Touchscreen offenbar meine Bestellung und kassiert 6 Euro von mir. Stolzer Preis.
18:21 Uhr – Der große, hinter der Verkäuferin aufgebaute Drucker beginnt zu blinken.
18:22 Uhr – Der Drucker spuckt die eine erste Doppelseite des Globe im Format DIN A3 aus. Dann passiert lange nichts. Zu lange.
18:38 Uhr – Ich sage der Verkäuferin, dass mein Zug in wenigen Minuten fährt. Sie greift zum Telefon und ruft bei einem für den Zeitungsdrucker zuständigen Menschen an. Der rät ihr wohl noch etwas zu warten. Noch während des Telefonats beginnt der Drucker, weitere Doppelseiten auszuspucken. Die Verkäuferin wirft einen Blick auf die Ausdrucke und sagt zu mir: „…wenn Sie sich auch eine Zeitung mit so viel Werbung aussuchen!“
18:42 Uhr – Der Drucker spuckt immer noch fleissig weitere Seiten aus, es wird langsam eng. Die Verkäuferin reicht mir eine Plastik-Tüte und meint „für’s Zusammenheften reicht es wohl nicht mehr“.
18:43 Uhr – Ich sage der Dame, dass ich jetzt wirklich los muss. Sie drückt mir den Stapel Papier in die Hand, den der Drucker bisher ausgespuckt hat. Während ich schon halb aus dem Laden stürme reicht mir die Verkäuferin noch 2 Seiten und fragt, ob ich den Rest nicht in den nächsten Tagen noch abholen könnte. Nein, kann ich leider nicht. „Dann melden Sie sich, vielleicht kriegen Sie noch was zurück“ ruft sie mir noch hinterher.
18:44 Uhr – Ich springe in den IC, der sich wenige Sekunden später in Bewegung setzt. Ich beginne gleich mal mit der Inventur:
Auf 31 DIN A3-Blättern habe ich also 62 Seiten „Boston Globe, inklusive der Beilage „g Family“ erhalten. So weit ich das erkennen kann, war die Zeitung damit sogar vollständig, selbst das farbige Titelblatt finde ich in meiner Plastik-Tüte.
Mein persönliches Fazit:
Gute Idee, aber in der jetzigen Form leider völlig unbrauchbar. Wer hat am Bahnhof (sagen wir sicherheitshalber) 30 Minuten Zeit, um auf den Ausdruck einer Zeitung zu warten? Je nach Andrang in der Filiale kann zudem noch Zeit vergehen, bis die Verkäuferin den Druck startet. In meinem Fall war die Filiale nur mit einer einzigen Verkäuferin besetzt, die Schlange an der Kasse war zeitweise bis zu 10 Kunden lang. Ein (sichtlich von dieser neuen Technik angetaner) Kunde, der sich nach mir an das Terminal gewagt und zwei australische Zeitungen geordert hatte, wurde von der Verkäuferin auch prompt niedergebügelt: „Stellen Sie sich hinten an, zahlen Sie – und dann drucken wir!“. Dabei hatte er nur freudig in Richtung Verkäuferin gerufen: „Da kommen gleich noch zwei Zeitungen für mich raus!“
Dass Selfservice in Deutschland in der Regel besseren Service bedeutet als persönlicher Service wissen wir ja spätestens, seit wir unser Geld am Automaten abheben dürfen und die Briefmarken ebenfalls von Automaten ausgespuckt werden.
Dem Zeitungsdrucker räume ich also nur Chancen ein, wenn er folgende Kriterien erfüllt:
- sofortiger Druck, der nicht länger als 2 Minuten dauert
- Verfügbarkeit an gut zugänglichen Orten, also nicht im überfüllten Presseladen versteckt, sondern im Zug, am Gate im Flughafen, im Cafe oder in der Kneipe – kurz überall dort, wo ich (mehr oder weniger freiwillig) Zeit verbringe.
- Selfservice inklusive Bezahlung mit Kredit- oder EC-Karte.
- Personalisierung: Ich möchte mir z.B. Online einen Account anlegen können, um dort meine Lieblingszeitungen oder Themen (!) hinterlegen zu können. Am Schlüsselbund habe ich dann eine (in anderen Ländern inzwischen weit verbreitete) Plastik-Marke mit Barcode. Damit kann ich mich am Automaten identifizieren, es werden sofort die von mir favorisierten Zeitungen angezeigt. Kein Mensch wird ernsthaft aus den 700850 (Quelle: Pressemitteilung Valora Retail) verfügbaren Zeitungen auswählen wollen.
All diese Kriterien sollten in der heutigen Zeit eigentlich erfüllbar sein. Wird aber schon von Beginn an am Service und der Benutzerfreundlichkeit gespart, vergrault man sich schon die frühen Kunden. Apropos Erfolg: Meine Bestellung trägt die Nummer „264“, seit einem knappen Monat steht der Zeitungsdrucker in München.
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R.I.P. PI
Von Stephan Sperling | 25.Juni 2009
Vor über einem Jahr, als unser Blog hier noch sehr sehr jung war, haben wir über die unsinnige Messgröße Pageimpression (PI) als Erfolgsindikator für Websites geschrieben. Damals hatte ich das Thema vor allem auch aus Nutzersicht analysiert:
Ich meine, es ist an der Zeit, anstatt der künstlich erzeugten, hohen PI-Zahlen eine alternative Währung einzuführen, die den Nutzer weniger nervt. Ideen dazu gibt es, zum Beispiel die der “Total Minutes“. Dabei wird die Verweildauer des Nutzers auf einer Seite gemessen. Eine hohe Verweildauer ist ein Anzeichen für qualitativ hochwertige Inhalte – und darauf kommt es schließlich an. Wer sich schnell (und genervt) durch Seiten klickt wird für Werbebotschaften sicher weniger aufnahmefähig sein als ein Nutzer, der eine Seite intensiv und interessiert betrachtet. Das sollten auch Anzeigenkunden honorieren.
Und heute ist es endlich besiegelt, die IVW begräbt die PI. R.I.P!
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Zeitungen in zehn Jahren: Die Fakten
Von André Hellmann | 24.Juni 2009
Es gibt massenweise Theorien, wie sich die Verlags- und vor allem Zeitungslandschaft in den nächsten Jahren verändern wird. Gerade heute habe ich wieder in der neuen, alten Stuttgarter Zeitung (Ausgabe vom Samstag, 20. Juni) darüber gelesen, wie vor allem die Verlage selbst bzw. ihre Redaktionen darüber denken. Von “Hardlinern”, die jegliche Veränderung ignorieren bis hin zu Schwarz-Sehern und “Social Media Experten”, die vor allem den Tageszeitungen keine drei Jahre mehr geben. Angefacht wird das natürlich durch die Situation in den USA, wo immer mehr Verlage ihre verkorkste Finanz-Situation nicht mehr lösen können und entweder bankrott machen, eingekauft werden oder zumindest das Drucken tageweise oder ganz einstellen.
Das Bild hier ist wahrlich interessant. In vielen Gesprächen in der Akquise und in Projekten kommt das Thema auf. Verleger und Geschäftsführer sagen mit fester Stimme, dass “es Zeitung einfach immer geben wird.” Gefolgt von einem sehr unsicheren “Oder was denken Sie, Herr Hellmann?” Auch die ganze Körpersprache wirkt nicht so sicher bei dem ersten Satz. Jemand, der vom Erfolg und Fortbestand seiner Branche überzeugt ist hat eine andere Tonlage.
Zurecht fragt sich der schlaue Leser nun: “Ja was sagt denn der schlaue Herr Hellmann auf so eine Frage hin?” Und das will ich Ihnen nicht vorenthalten:
Meine Meinung ist, dass es Print und Zeitungen für sehr sehr lange geben wird, da sie ein fester Bestandteil des Medienkonsumverhaltens auch junger Zielgruppen sind. Und diese werden das Verhalten noch weiter bis ins hohe Alter tragen. Es wird also immer einen Markt und Nachfrage für Print-Periodika geben und der wird sicher auch bedient, sollten sich keine anderen Regulierungen (z.B. Umweltschutz, etc.) dem querstellen.
Alles andere ist Mutmaßung. Aber ein paar Details kann man schon mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit vorhersagen. Hier meine Meinung über den Zustand der deutschen Zeitungen in zehn Jahren:
Mantelredaktionen werden (weiter) abgebaut
Darüber ist man sich ja bereits weitestgehend einig. Es gibt einfach zu viele Mantelredaktionen, die alle mehr oder weniger die gleichen Ticker lesen und zu ähnliche Artikel schreiben. Hört man auf dem DSF die Presse-Schau, so scheint es immer schwerer zu fallen, unterschiedliche Meinungen einzuholen. Dank dem redaktionellen Abbau mag dies eine Henne/Ei-Problematik sein; dennoch ist es ein Teil der Realität.
Druckhäuser lohnen sich nicht (mehr) für jeden
Schon bald wird sich für einige Verlage die Neuanschaffung einer Druckmaschine nicht mehr lohnen. Die Auflage sinkt und wird dies auf absehbare Zeit weiter tun. Zudem wächst der Druck nach größerer Effizienz und Nachhaltigkeit in der Produktion. Aufgrund der kleineren Auflagen kann das Produkt in weiter entfernten Druckzentren gedruckt werden. Man wird sich also die Kapazitäten teilen lernen.
Es wird nicht mehr jeden Tage gedruckt werden
Hinzu kommt, dass wohl nicht mehr jeden Tag gedruckt werden wird. Für einige Zeitungen sind die Montag- und Dienstag-Ausgaben echte Verlustbringer. In den Staaten fangen Verlage bereits an, unprofitable Ausgaben an bestimmten Wochentagen nicht mehr in Print zu produzieren, sondern nur noch online digital zur Verfügung zu stellen. Eine harte Entscheidung. Aber eine kaufmännisch-rationale.
Es wird nicht mehr überall zugestellt werden
Parallel wird sich die Zustellung nicht mehr überall lohnen. Gerade in ländlichen, dünn besiedelten Regionen können die immensen Zustell-Kosten nicht mehr verantwortet werden. Verstärkt wird dies durch drei Trends in der Bevölkerungs-Entwicklung: Von Land zur Stadt, von Ost nach West, von Nord nach Süd. Parallel wird nun auch auf dem Land das Breitband-Internet durch freigewordene Radio-Frequenzen in den nächsten Jahren komplett erschlossen, so dass effizientere Zustell-Kanäle möglich werden.
Parallel wird das auch bedeuten, dass der Einzelverkauf am Kiosk wieder an Gewicht gewinnt. Zum einen, weil der ja bereits über die Jahre auf niedrigem Niveau relativ stabil war. Zum anderen, weil die Regionen, wo keine flächendeckende Zustellung mehr rentabel sein wird, ja auch irgendwie versorgt werden müssen. Das wird dann eben mit dem Gang zum Kiosk oder Automaten passieren.
Das Kartellrecht wird Aggregation erleichtern
Nicht nur aus diesen Gründen werden wir erleben, dass das Kartellrecht aufgeweicht und die Aggregation des Marktes durch Zukäufe möglich wird. Die Regierung wird keine andere Möglichkeit haben, als dieser Maßnahme zuzustimmen, um weiteren „Rettungs-Paketen“ auszuweichen. Und auf der Seite der Verkäufer wird das Nachfolge- und Generationen-Problem durch die angeschlagene Situation der Häuser zugespitzt. Wer möchte heute schon noch eine Tageszeitung erben und die nächsten 30 Jahre führen?
Heute mag das Kartellamt vielleicht noch anderer Meinung sein; aber lassen wir mal noch ein paar Jahre ins Land gehen…
Die Anzahl der Titel und Marken wird stabil bleiben
Dadurch wird die absolute Anzahl von Titeln relativ stabil bleiben. Die Marken werden erhalten und darunter wieder effektive, aber effizientere Organisationen aufgebaut und stark zentralisiert. Das Kerngeschäft der lokalen / regionalen Einheiten wird das sammeln von Inhalten und Informationen sein sowie die Markenbildung und lokale / regionale Vermarktung. Die Bereiche Produktion, Verwaltung und Administration, Druck und Zustellung werden in den lokalen Einheiten stark an Bedeutung verlieren. Das „Marken-Konzept“ wird dann endlich Realität.
Die Online-Erlöse werden an Bedeutung zunehmen
Zum einen werden sie nämlich weiter wachsen, da die lokalen Märkte die einzigen sind, in denen noch großes Potential für Online-Marketing (im weitesten Sinne, s.u.) gibt. Dieses Potential zu heben wird im großen Maßstab allerdings erst mit der nächsten Generation von „Media-Berater“ (oder wie man gerade seine Anzeigen-Vertreter nennt) möglich werden. Dazu muss allerdings heute bereits der Grundstein durch gute Aus- und Weiterbildung sowie entsprechenden Strukturen und Prozesse im Unternehmen gelegt werden.
Zum anderen werden die Gesamt-Erlöse der Verlage abnehmen. So wie heute der Vertrieb an Bedeutung gewinnt, obwohl er absolut eher stagniert, so werden auch die Online-Erlöse an Gewicht zunehmen. Einfach weil sich die anderen Erlösquellen auf einem niedrigeren Niveau einpendeln.
Service wird im Mittelpunkt stehen
Gerade in den Vermarktungs-Einheiten der Verlage wird es in Zukunft weniger ausschließlich um den Verkauf von Werbung in den eigenen Titeln gehen. Vielmehr müssen die Zeitungen aufgrund ihrer ausgeprägten Vernetzung in den Regionen zum integrierten Anbieter von Kommunikations-Lösungen werden. Dazu gehört, dass man z.B. Google AdWords-Kampagnen als Dienstleister anbietet, auf Wunsch ebay-Auktionen für die Kunden durchführt oder auch Medialeistung bei Wettbewerbern oder Partnern einkauft, um für den Kunden alles aus einer Hand zu liefern.
Soweit mal meine Meinung. Die diskutiere ich natürlich sehr gerne!
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Public Media in Seoul
Von Katja Brüser | 18.Juni 2009
12 Meter ragen die schwarzen Säulen in der südkoreanischen Stadt Seoul in den Himmel. Auf den ersten Blick ein ziemlich häßliches Gebilde, auf den zweiten unheimlich faszinierend. Bei den schwarz-glänzenden Säulen handelt es sich nämlich nicht um fehlgeschlagene Verschönerungsversuche der Stadt, sondern um Kiosk-Systeme, die den Passanten umfangreichen Mediazugang ermöglichen.
Über ein Touchscreen-Display können z.B. Restaurants gesucht und gefunden oder Verkehrs-und Verbindungsinformationen gecheckt werden (U-Bahn, Bus). Auch Tageszeitungen gibt es online zum Durchblättern. Und das alles in Englisch, Chinesisch und Japanisch. Darüber hinaus kann man sich die Zeit mit verschiedenen Entertainment-Angeboten vertreiben. Multiplayer Games, Fotos, Flickr-Bilder usw. Außerdem verfügt jede Säule über einen freien WiFi-Internetzugang im direkten Umfeld der Säulen.
“U-Street” nennen die Verantwortlichen Ihr Programm und stellen nicht nur eine, sondern gleich mehrere Säulen entlang der Straße auf. Das ganze erinnert mich ganz stark an einen schlechten SciFi-Film – allerdings im Hier und Jetzt…

Mehr Bilder gibt es hier.
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Sag mir wie Du heißt…
Von Stephan Sperling | 16.Juni 2009
…und ich sag Dir, was Du lesen solltest. So das simple wie geniale Konzept von DailyPerfect.com. Der neue Dienst personalisiert Nachrichten – und alles was dazu benötigt wird, ist der Name des Nutzers.
Die Idee ist genial, weil sie für mich als Nutzer genial einfach ist. Das erinnert mich schon sehr an Google: Ein einziges Eingabefeld ist alles, was ich zum glücklich werden brauche.
Theoretisch.
In der Praxis hat das genial einfache Angebot natürlich ganz konkrete Schwächen.
- Damit die Suche richtig arbeitet, muss ich möglichst viele Spuren im Netz hinterlassen haben. Wer im Web ohne Profil ist, wird Probleme haben – bzw. keine Nachrichten bekommen.
- Bei mir ist das Gegenteil das Problem: Ich bin nicht der einzige Stephan Sperling auf dieser Welt – woher soll der Suchroboter wissen, welche der Netz-Spuren von mir sind, und welchen von meinen Namensvettern?
An dieser Stelle muss ich dann doch wieder aktiv werden. DailyPerfect.com erzeugt Begriffe aus meinen Netz-Spuren – und diese kannmuss ich bewerten, um für mich wirklich relevante News zu erhalten. Leider musste ich in meinem Fall die meisten dieser Tags verwerfen, weil sie weder mit meiner Person noch mit meinen Interessen etwas zu tun hatten.
Trotzdem verfolgt DailyPerfect.com einen spannenden Ansatz, der, würde denn alles funktionieren, ein Erfolg werden könnte. So bleibt abzuwarten, wie der Service sich entwickelt. Wir bleiben dran.
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Google bleibt fleissig
Von André Hellmann | 15.Juni 2009
Nachdem ich neulich einen Brief an meine Mutter aus dem Briefkasten zog, in dem die nette Suchmaschine von nebenan ihr 75 Euro Google AdWords-Startguthaben für ihr Kosmetik-Geschäft schenkte, beglückt Google jetzt die Analytics-Nutzer (gefühlt 99% der Websiten deren Nutzer sich für ihren Web-Traffic interessieren). 100 Euro schenkt mir Google AdWords, um mehr Traffic auf meine Seite zu bekommen. Das sollte erst einmal reichen… vor allem für private Nutzer, die mit ihren Blogs, etc. keine kommerziellen Ziele verfolgen. Aber gerade diese könnten ja auch eine Chance sein.
Da frage ich mich: Hat mir meine lokale Tageszeitung oder meine Branchen-Fachzeitschrift schon mal Werbung zum Testen geschenkt? Hm.
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Zitat der Woche (KW 23)
Von Stephan Sperling | 4.Juni 2009
“Could one answer to paid content be found in a bottle of water?”
Das NiemanJounalismLab geht der Frage nach, warum Menschen viel Geld für Mineralwasser in Flaschen ausgeben, wo doch der nächste (praktisch kostenlose) Wasserhahn fast immer in Reichweite ist. Was kann die News-Industrie daraus lernen?
“The growth of bottled water in the past decade — a commodity available freepretty much everywhere in the developed world — is the story of consumers willingly shelling out real dollars in exchange for convenience and branding. Can the news industry — which also sells a largely commoditized product — learn anything from the success of Aquafina and its ilk? Why is it that consumers cheerfully pay more for thirst-quenchers than we do for the fuel that moves our vehicles and our economy?”
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US-Zeitungen im Sinkflug
Von André Hellmann | 2.Juni 2009
Um knapp 30% nahmen die Werbeeinnahmen der US-Zeitungen im ersten Quartal 2009 ab; so ein Report der “Newspaper Association of America” (NAA). Wie diese nüchterne Tabelle zeigt (Quaterly-Tab oben) sanken die nationalen Agentur-Einnahmen sowie das lokale Geschäft um ca. 25%. Richtig hart traf es allerdings die Rubrikenmärkte, die über 40% Minus zum Vorjahr einfuhren.
Auch Online gibt es keine bessere Geschichte zu erzählen. Ein Rückgang um 13,4% zum Vorjahr ist zu verzeichnen. Das sind die schlechtesten Zahlen für die US-Zeitungen seit 1987 und das nur vier Jahre nach dem Rekord-Jahr 2005. Aus persönlichen Gesprächen weiß ich, dass große Konzerne wie Gannett und Freedom ebenfalls mittelprächtige zweite Quartale hatten. Sollte sich der Trend also fortsetzen und “nur” die prognostizierten 30 Milliarden Werbeeinnahmen fließen wäre das ein Rückgang um ca. 40% seit 2005 mit knapp 50 Milliarden.
Auch wenn sich einige Online-Plattformen freuen werden über das frei gewordene bzw. frei werdende Media-Budget – Werbung als einzige Einnahmequelle im Netz ist und bleibt etwas für Nischen und Überlebenskünstler. Der Wettbewerb ist hart, die Preise unzumutbar und die Arbeit aufwendig. Also bitte immer ein Mehrklang an Erlösquellen; wir würden ja auch nicht einfach die Vertriebserlöse in Print verschenken.
Für mehr Statistik verweise ich hier gerne auf Alan D. Mutter, der in seinem Blog “Reflections of a Newsosaur” das Geschehen im US-Markt beobachtet und regelmäßig objektiv kommentiert. Den Feed sollte man sich abonnieren, denn er zeigt auf, dass sich die Branche nicht in einem temporären Tief, sondern in einer irreversiblen Veränderung befindet. Dieser wird zwar durch die Wirtschaftskrise sicherlich verstärkt. Betrachtet man allerdings die Marktforschung aus dem Leser- und Nutzermarkt sieht man, dass sich in der Generation unter 40 und vor allem unter 20 neue Medien-Nutzungsverhalten abzeichnen, die zwar die Zeitungs-Marken kennen, die Produkte aber nicht mehr nutzen.
Schlagwörter: , Anzeigen, Geschäftsmodell, tageszeitungen, USA | Kommentieren
Facebook – So gewinnt man neue Freunde
Von Katja Brüser | 28.Mai 2009
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Eigentlich doch ganz einfach oder?
via Datenvandalen
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