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Von André Hellmann | 3.Mai 2008
(AH) – Das iPhone, wohl das am meisten “gehypte” Statussymbol der Gegenwart, liegt nun vor mir. Anlass des Kaufs war die Vertragsverlängerung meiner Frau und die “günstigen” Preise, die T-Mobile derzeit hat. Knappe 24 Stunden durfte ich bereits damit verbringen und ich will ein erstes Resumé ziehen, nachdem mir nun so viele bereits dieses kleine Endgerät als den heiligen Gral der heutigen Medien vorstellten.
Zunächst muss ich sagen, dass es mich mindestens so viel genervt wie erfreut hat. Der Setup-Prozess war ein klein wenig überchaotisch, da meine Frau Ihre Kontakte (wie wohl die meisten anderen Normalsterblichen) nicht organisiert, kategorisiert und standardisiert ablegt, sondern wie wild auf ihrem alten Sony Erricson K610i gespeichert hatte: Auf der SIM, auf dem Telefon, mit einzelnen Kontakten für Handy, Home und Geschäftsnummer der gleichen Person… und natürlich ohne jegliche Synchronisierung mit einem Client wie Outlook, Outlook Express oder Thunderbird.
Tja – Und nur das unterstützt das iPhone. Einfach von der SIM kopieren: Keine Chance. Entweder nutzt ein man eines der drei Programme, die iTunes zum Sync unterstütz oder man tippt mit der “intuitiven” Bildschirm-Tastatur seine Kontakte selbst ein. Ich habe mich dann fürs Mogeln entschieden und verzweifelt Shimi’s (meine Frau) 140 Kontakte (bereinigt) irgendwie in das Windows-Adressbuch geklopft und dann in das Telefon kopiert. Uff, das waren schon mal lockere drei Stunden Arbeit. Das ging mit meinem HTC ttyn II über MS ActiveSync aber fixer. Und auch andere “normale” Telefone machen einem da das Leben leichter.
Gut; nun läuft die Kiste mal. Die nächste Herausforderung war das WLAN. Aber nachdem ich einfach die Verschlüsslung und Kennung meines Routers geändert habe und alle andere Geräte (zwei Laptops, ein PC und meinen PDA) umgestellt hatte war auch Steve Job’s kleiner Segenbringer bereit ins Internet zu gehen.
Und dann begann auch der Spaß-Teil. Das Ding ist echt leicht verständlich. Ich klicke, es tut sich was, ich weiß was ich machen kann oder soll. Auch keine komplizierten Anwendungen übereinander, sondern eine Sache, die läuft und die man schließt bevor was anderes aufgeht. Die Navigation ist flach und man kommt normalerweise nach ein mal klicken da hin wo man auch hin will (bzw. kann man sich das schnell immer so einrichten). Egal ob Anwendung, Webseite oder Funktion; bei dem iPhone merkt man keinen Unterschied. Es tut was man will.
Das ist in meinen Augen auch das geniale an dem Gerät: Es wurde um essentielle Funktionen eines modernen “Digital Native” herum designt. Keine langweilige Tabellenkalkulation, keine Textverarbeitung oder Präsentationen (wer da Sehnsucht hat kann mit dem kleinen Kerl auch Google Docs verwenden) – Nur Kommunikation in schönster Form. Anrufen, texten, mailen, Fotos austauschen; alles auf den buchstäblichen Knopfdruck. Toll.
Allerdings haben Nokia und Sony Erricson nicht ohne Grund die Marktführer-Position. Heute sind diese Telefone einfach zu bedienen für den Durchschnittsbürger (egal in welchem Land). Und sie bieten bessere Einbindungen in Web2.0-Anwendungen wie Soziale Netzwerke, Blogs und Foto/Video-Portale (mal von YouTube abgesehen). Da sind einfach ein paar Jahre mehr Kooperationen im Spiel. Daher ergibt sich folgende Wunschliste:
Mein Eindruck ist, dass Geräte wie das iPhone in zwei Jahren Stand der Dinge sein werden. Ade Zahlenblöcke und Druckknöpfe (erinnert sich noch jemand an Telefone mit Drehrad?)… aber eine neue Religion ist das jetzt nicht. Auch keine Revolution. Und kein Grund zur Sorge.
Stichworte: , iPhone, Test |