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« US-Web-Erlöse weiter im Aufschwung | Home | ZEIT für Kinder »
Von André Hellmann | 12.Juni 2008
(AH) – Auch wenn die Online-Werbeaufwände ins unermässliche steigen sollen: Die Summe, die für jeden einzelen Marktteilnehmer übrig bleibt, bleibt überschaubar. Warum ist das so? Das ist einfach Marktwirtschaft: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Leon Levitt (VP Digital Media Cox Newspapers) beschreibt das elegant:
“And there’s an awful lot of supply out there.”
Es gibt einfach unheimlich viele Anbieter, die sich alle den großen Kuchen teilen müssen. Der Konkurrenzkampf ist groß und so bleiben die Preise klein – was die Erlöse natürlich auch überschaubar hält. Für kleine, junge Unternehmen keine übergroße Herausforderung. Man passt sich dem Wachstum bzw. dem Marktanteil an. Für alt eingesessene Unternehmen mit bestehenden Strukturen und Modellen (z.B. Zeitungsverlage) oder größenwahnsinnige Community-Startups (muss ich nicht aufzählen) ist das schon schwieriger.
Dabei wächst das Internet doch nach allen Kennzahlen außer Rand und Band – Ganz zu schweigen von den großen Hoffnungen, die alle in das mobile Internet stecken. Dazu gibt es eine spannende Betrachtung von Scott Karp, der sich 2007 mal die Online / Print-Erlösverhältnisse der New York Times angesehen hatte. Ergebnis: Während Print 10% der gesamten Reichweite erzeugt generiert Online nur 10% der gesamten Werbeerlöse. Genau anders herum, als man es ökonomisch erwarten würde.
Woher kommt das? Auch da gibt es klare Theorien: Nach dem American Journalism Review verbringt der durchschnittliche nytimes.com-Nutzer monatlich 34 Minuten und 53 Sekunden auf der Seite; täglich also 68 Sekunden. Nach dem Marktforschungsinstitut Scarborough verbringt der durschschnittliche Leser aber 16 Minuten täglich mit der Lektüre des Print-Produkts.
Diese kurzen, zielgerichteten Kontakte mit den Newspaper-Seiten sieht Thomas E. Patterson von der Harvard Universität als problematisch für die Web-Werbeerlöse:
“The evidence isn’t strong yet that it can drive people into a store the way a full-page newspaper ad can. They’re less confident about what they’re getting online.”
Generell geht es davon aus, dass das Informationsverhalten im Web derart ist, dass Web-Anzeigen nicht so effektiv sein können wie ihre traditionellen Print-Vorfahren. Diese Theorie erklärt auch, warum nach wie vor Such-Werbung die erfolgreichste Sparte der Online-Vermarktung darstellt. Es ist ein web-natives Verhalten zu suchen. So hat Google uns das beigebracht.
Das Problem am Ende des Tages ist, unregelmäßige Besucher und reguläre Gäste zu wandeln. Wer dafür den Königsweg findet hat eine Chance, die klassischen Werbemodelle ins Netz zu übertragen. Gelingt das nicht stehen wir wieder am Anfang. Dann ist die Herausforderung neue Wege zu finden die “Visitors” in Erlösquellen zu wandeln.
Stichworte: , New York Times, Online, USA, Werbung |