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Von Stephan Sperling | 12.Juni 2008
(SSp) – Heute startet “Die Zeit” mit der Aktion “12 Wochen Sommervergnügen : Politik, Kultur und andere Rätsel für junge Leser” und bringt eben 12 Wochen lang mit jeder Ausgabe eine Doppelseite für Kinder.
Zum Auftakt bietet die Zeit der Zielgruppe (Kinder im Alter zwischen 8 und 12 Jahren):
Mein erster Eindruck: Nicht übertrieben aufregend, sondern gut und vor allem auch kindgerecht gemacht. So ist die Schrift der Reportage extra etwas größer, so dass die jungen Leser nicht gleich mit einer schwer lesbaren Bleiwüste erschlagen werden. Zudem ist die Geschichte so illustriert, dass es auch auf den zweiten Blick viel zu entdecken gibt. Und welches Kind sucht nicht gerne spannende Details in einem Bild?
Sie auch? Dann sehen Sie sich doch das Kinder-Zeit-Logo etwas genauer an:
Einziger Wehrmutstropfen: Die Platzierung mit im Ressort “Wissen” stört mich etwas. Die Doppelseite hängt nicht zusammen, so dass man die Seite nicht mal eben rausnehmen und an die Kinder weitergeben kann. Da hätte ich mir eine eigene kleine Beilage, vielleicht sogar in einem etwas handlicheren Format, gewünscht.
Das Ziel der Aktion wird gleich auf Seite 1 sehr ehrlich kommuniziert:
“Warum bietet die ZEIT in den Sommerwochen zwei Kinderseiten an? Die wichtigste und ehrlichste Antwort lautet: Weil wir um Lesernachwuchs werben möchten.”
Daran ist nichts auszusetzen – im Gegenteil. Was spricht dagegen, ein junges Publikum von den eigenen Stärken zu überzeugen?
Auch wenn ich keine Kinder habe, so gefällt mir der Gedanke, den ich hier vor ein paar Tagen gepostet habe noch besser, wenn ich ihn um das “Kinder-Angebot” erweitere. Im Beitrag hatte ich die berufliche Lektüre von der Genuss-Lektüre unterschieden. Nun gehört zu meiner Genusslektüre regelmäßig auch “Die Zeit” – und der Genuss dürfte doch noch mehr steigen, wenn nicht nur ich am Wochenende Zeitung lese, sondern auch meine (imaginären) Kinder eine Zeit lang sinnvoll beschäftigt wären. Den Fortsetzungsroman liest der Papa dann vor – und hinterher basteln wir gemeinsam ein Boot aus der Zeitung, oder einen Papierflieger.
Das klingt nach einer tollen Wochenend-Beschäftigung und lässt mich einmal mehr am Erfolg von “digitalem Papier” zweifeln. Vielleicht mag das ein aufmerksamer Leser mit Kind(ern) mal testen und die Erfahrungen hier posten? Ich denke ich schaffe das nicht so schnell!
Wer mehr über die Kinderseiten der Zeit erfahren möchte: www.zeit.de/kinderzeit. Dort gibt es den Fortsetzungsroman auch zum anhören und vertiefende Inhalte (“10 Fragen zu den olympischen Spielen in der Antike“) zu den einzelnen Themen.
Stichworte: , Die Zeit, junge Zielgruppen, Kinder, Marketing |