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Von Stephan Sperling | 17.Juli 2008
(SSp) – Vor einiger Zeit hatte ich mich hier im Blog schon darüber beschwert, dass viele Verlage nur wegen ihrer PI-Zahlen ohne mit der Wimper zu zucken auf die Usability verzichten. Wer mehr über die Methoden erfahren möchte, sollte unbedingt die beiden folgenden Artikel von Stefan Niggemeier lesen:
Das wirklich Traurige an der Sache ist, dass User diese Spiel offenbar mitspielen – anders sind die ErfolgeKlickzahlen mancher Zeitungs-Seiten nicht zu erklären.
Neben den Klickmaschinen “Galerien” (die heute keineswegs mehr Fotos enthalten müssen!) weist Stefan Niggemeier auf ein ganz anderes Problem hin:
“Eine klassische Aufgabe des Journalisten scheint dabei fast völlig zu verschwinden: die der Auswahl der Nachrichten. Die wäre angesichts der Informationsflut im Internet eigentlich von ganz besonderer Bedeutung. Aber jede zweifelhafte, unwichtige, abseitige Meldung, die ein Online-Medium nicht bringt, bedeutet zunächst einmal: weniger Klicks. Deshalb steht ungefähr bei allen alles. Das Filtern irrelevanter Informationen als journalistische Dienstleistung verschwindet weitgehend.”
Da werden die jahrelang (damals, im Print-Zeitalter) aufgebauten Stärken mal eben über Bord geworfen, nur um mehr PIs zu erzielen. Ich denke, der Schaden ist noch nicht abzusehen – denn absehbar ist, dass die PIs als Messgröße bald völlig an Bedeutung verlieren. Und dann bleiben enttäuschte Nutzer, die Online nicht mehr das finden, was sie erwartet hatten: Qualität.
Die extremsten Auswüchse der Klickmaschinen habe ich (zum Glück!) bislang überwiegend bei den großen überregionalen Tageszeitungen gefunden. Den kleinen, regionalen Zeitungen kann ich deshalb nur empfehlen: Springen Sie nicht (mehr) auf diesen Zug auf, auch wenn es verlockend erscheinen mag. IrgendwannSchon bald wird auch die Werbewelt (wieder) Klasse statt Masse wollen. Bleiben Sie Ihren wahren Stärken treu – und Ihre Leser werden es Ihnen mit Treue danken!
Stichworte: , IVW, Klicks, PIs, tageszeitungen, zeitungen |