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Von André Hellmann | 20.November 2008
(AH) – Diese Frage stelle ich mir nun jeden Tag. Nachdem verschiedene Branchen bereits Hilfe vom Staat forderten und erhielten – Warum nicht auch unsere Tageszeitungen? So viel lief da doch nicht anders als bei Banken, Versicherungen oder Autobauern.
Man hat sich verspekuliert – Mit dem Medien-Nutzungsverhalten. Mit dem Wert von Monopolen. Mit der demografischen Entwicklung des Landes. Mit der Entwicklung der Kaufkraft. Mit der Preiselastizität.
Man hat zu lange abgeschöpft – Keine Investitionen in eine saubere Marktbearbeitung. Keine Investitionen in Innovation, Forschung und Entwicklung. Keine Investitionen in neue Märkte.
Man hat zu lange mit strukturellen Veränderungen gewartet – Zu große Redaktionen. Zu dicke Belegschaften in Satz und Produktion. Zu saftige Tarife und Betriebsvereinbarungen.
Ich würde mich also nicht wundern; fände es fast legitim, wenn sich Verleger an die Regierung weden. Wo ist denn der Unterschied? Unternehmen haben sich am Markt über lange Zeit falsch verhalten (das gilt auch für Opel, sonst würde ich von denen einfach mehr neue Modelle sehen und nicht nur alte Kadetts mit Kenwood-Aufklebern). Sie haben sich nicht richtig aufgestellt, agieren zu langsam und vertrauen zu sehr auf den Markt und ihre Kunden, mit denen sie nicht im direkten Austausch stehen.
Das wäre doch auch ein super Weg, um der Problematik mit den Öffentlich-Rechtlichen zu begegnen. Anstatt denen das Geld wegzuwünschen kann man sich so einen eigenen Topf aufmachen, aus dem investiert werden kann.
Meiner Meinung nach sollte man Tageszeitungen, die ja eine weitaus wichtigere, gesellschaftliche Funktion einnehmen als Autobauer oder Banken noch eher unterstützen als solche. Vielleicht ist das ja eine Idee für die verschiedenen Verbände und Großverleger. Und wenn Frau Merkel dann nächstes Jahr auf dem BDZV-Kongress spricht könnte man sie ja gleich mal ansprechen…
Stichworte: , Krise, Rettungspaket, zeitungen |