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« Esser von der Zeit überzeugt. | Home | “Die Leser kommen zu Seiten zurück, die sie wegschicken” »
Von Stephan Sperling | 26.November 2008
(SSp) – Ich weiß nicht wie es Ihnen geht – ich persönlich bin mit den “etablierten” News-Seiten im Web nicht immer zufrieden. Egal ob die Seiten von Zeitungen, TV-Sendern oder Magazinen gemacht werden, oft fehlen Pepp, Mut, Würze.
Also: Neue Konzepte brauchthat das Land!
Diese Konzepte gibt es – und die Macher der “großen” Seiten dürften sich davon ruhig eine Scheibe abschneiden. Zwei Beispiele:
1. www.redaktionzukunft.de (gemacht vom “Convergent Media Center” der Hochschule für Medien Stuttgart)
Die Inhalte auf dieser Seite werden in eine Matrix mit den folgenden Dimensionen eingeordnet:
Auch wenn die Navigation noch nicht ganz aus ausgereift ist und die eine oder andere Fehlermeldung auftaucht, gefällt mir die Idee, die dahinter steckt. Themen werden nicht in klassische Ressorts, sondern in die Kategorien “Revolution”, “Evolution”, “Stagnation” und “Resignation” eingeteilt. Über den Nutzwert der Kategorien für mich als User bin ich mir noch nicht ganz im Klaren, viel spannenden finde ich aber auch die zweite Dimension: “in Kürze”, “in Ruhe”, “interaktiv” stehen dort zur Auswahl.
Im Idealfall werden die Themen so aufbereitet, dass für jede der Kategorien passende Inhalte verfügbar sind. Ich als Nutzer kann entscheiden, wie wichtig mir ein Thema ist – und viel Zeit aus meinem knappen Medienbudget ich dafür investieren möchte. Themen werden zusammengefasst, so dass “Themenwelten” entstehen, die es mir ermöglichen, mich umfassend zu einem Thema zu informieren.
Was diese Seite besser macht:
Fazit: Noch nicht ganz ausgereift, aber ein spannender Ansatz. Schön wäre es, wenn ich die Seite auf meine persönlichen Vorlieben konfigurieren könnte. Kommt vielleicht ja noch…
2. www.machtmaschine.de (gemacht als Volontärsprojekt der Axel Springer Akademie)
Auch hier verabschiedet man sich von klassischen Resorts, stattdessen geht es um “Köpfe”, “Orte” und “Geheimnisse”. Man holt Video und Audio aus ihren “Ecken” und integriert sie völlig selbstverständlich in die Seite.
Mir gefällt auch die Idee, eine monothematische Seite (Motto: “Das beherrscht Berlin”) zu machen und dort wirklich tiefgründig Themen zu behandeln. Ich bin erstaunt, wie viele Facetten ein derartiges Thema dann doch haben kann.
Fazit: Was zählt ist die Information, nicht das Medium. Was “Crossmedia” bedeutet und sein kann, lässt sich hier gut erkennen. Allerdings fehlen mir Interaktions- und Personalisierungsmöglichkeiten. Mit nur sieben Tagen Entstehungszeit darf man das sicher nicht erwarten – und, wie oben schon angedeutet: Es handelt sich um eine Spielwiese, die mit dem Nutzer weiter entwickelt werden soll. Was nicht ist, kann also noch werden. Und lieber auf kleiner Flamme (Funktionen, nicht Inhalte!) zu starten ist sinnvoller, als viel Geld am Nutzer vorbei zu verheizen.
Stichworte: , Crossmedia, machtmaschine, redktionzukunft, Zukunft |