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« Bald ein Rettungspaket für Tageszeitungen? | Home | ZAPP-Beitrag zur Medienkrise »
Von André Hellmann | 23.November 2008
(AH) – In Zeiten von Green IT, Lohas und Castor-Transporten ist neben politisch-korrekt nun auch ökologisch-korrekt gefragt. Und damit sich der bewusst lebende, informierte Mensch von heute auch hier orientieren kann gibt es eine Studie zur Öko-Bilanz verschiedener Medien zum Konsum von Nachrichten.
2007 haben vier engagierte Schweden um Asa Moberg (die ich auf der diesjährigen IFRA EXPO kennen lernen durfte) dran gemacht und alle ökologischen Aspekte drei verschiedener Wege der Informationsübermittlung als Text untersucht, bilanziert und verglichen:
Dabei wurde wirklich nichts ausgelassen. Von der Papier-Produktion über die Stromgewinnung für einen Laptop bis hin zur Entsorgung eines eReaders. Selbstverständlich finden sich darin auch die Daten des Stromverbrauchs einer Redaktion wieder, die Herstellung einer Druckmaschine und die Zustellung von Abonnements. Zugrunde gelegt wurden jeweils zwei Fälle; ein europäisch geprägter sowie ein typisch schwedischer.
Liest man die ganze Studie kann man sich echt nur wundern, wie weit man denken muss und wie viel Arbeit in den Konsum von Information auf einer beliebigen Plattform gesteckt wird. Aber am spannendsten ist natürlich, wie sie nun aussieht, diese Öko-Bilanz. Da hab ich echt gestaunt: 30 Minuten täglich Nachrichten im Internet Lesen verbraucht exakt so viel Energie wie 30 Minuten gedruckte Zeitung lesen. Und vom CO2-Ausstoß ist mein Laptop sogar die größere Dreckschleuder… Wahnsinn!
Am besten schneidet der eReader (wie z.B. das Kindle) ab.
Energie in Mega-Joule im Jahr pro einzelnem Leser
Bei der CO2-Bilanz schneidet das gedruckte Blatt sogar schlechter ab als der Internet-Konsum.
CO2 in kg im Jahr und pro einzelnem Leser
Leider, und das bedauerte Asa sehr, konnten sie noch keinen Konsum auf einem mobilen Endgerät wie einem PDA oder iPhone analysieren. Das sollte sicherlich nochmals spannender sein, da hier positive Effekte von Web und E-Reader kombiniert werden. Sie kann sich gut vorstellen, dass darin die optimale, ökologische Form der Mediennutzung liegt. Sie wird weiter forschen.
Und damit würde dann Apple auch zurecht das Apfel-Logo tragen. Vielleicht machen sie es dann sogar grün…?
Stichworte: , E-Books, Nachrichten, Umwelt, zeitung |