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Von Stephan Sperling | 19.Dezember 2008
(SSp) – Gestern habe ich noch über die Vor- und Nachteile der “Connect”-Programme von Facebook und Google berichtet. Darin hatte ich auch festgestellt, dass die in Deutschland erfolgreichen und bekannten Networks sich noch sehr zurück halten:
“Um die deutschen Netzwerke wie Xing oder StudiVZ ist es übrigens immer noch still. ”
Und schon heute sieht das anders aus: XING kauft Socialmedian – und dringt damit in Nachrichtenbusiness vor.
“Um im Berufsleben erfolgreich zu sein, müssen relevante Informationen schnell und übersichtlich zur Verfügung stehen. Mit wachsender Verbreitung des Internets steigen aber auch Geschwindigkeit und Masse der verfügbaren Informationen. Neben den klassischen Medien sorgen immer neue Websites, Blogs, Tweets, Videos oder andere von Internetnutzern generierte Inhalte für eine tägliche Informationsflut. Die Folge ist, dass Berufstätige viel Zeit damit verbringen, eine Vielzahl von Quellen nach relevanten Informationen zu durchsuchen, zu qualifizieren, zu speichern, zu organisieren und miteinander zu teilen. Socialmedian nimmt ihnen diese zeitraubende Aufgabe ab und verarbeitet dafür bereits rund 19.000 Info-Quellen, darunter aus Social Web Diensten wie Digg, Delicious, Twitter, Flickr, Facebook, YouTube, Google Reader, FriendFeed sowie über die weltweite Blogosphäre bis hin zu regionalen Online-Medien oder Branchenportalen. Darüber hinaus können individuelle Newsfilter auch mit anderen Nutzern im socialmedian Netzwerk geteilt werden. Durch diesen aktiven Austausch werden Feeds zu speziellen Themen zunehmend effizienter.” (Pressemitteilung XING)
XING integriert also in Zukunft auch Nachrichten in sein Portal.
Das bedeutet: Die Verlage müssen mit ihren Inhalten künftig die eigenen Seiten verlassen – und dort präsent sein, wo sich die Zielgruppen aufhalten. Mehr und mehr sind das die Social Networks. Wo heute noch überwiegend persönliche Nachrichten ausgetauscht werden, dürften morgen schon zusätzlich “Handelsplätze” für journalistische Werke entstehen. Das muss nicht heißen, dass alle Nachrichten kostenlos dort verbreitet werden – im Gegenteil. Die Kunst wird darin bestehen, Menschen auf Artikel aufmerksam zu machen und sie dazu zu bringen, sie an und über ihr soziales Netzwerk zu verbreiten, zu kommentieren und zu diskutieren – und das im Idealfall immer mit einem Rück-Kanal zum Verlag.
Wir bleiben an diesem Thema dran! Denn letztendlich wird man sich als Verlag entscheiden müssen, mit welchen Services man zusammenarbeiten möchte. Dem Nutzer z.B. bei der Kommentarfunktion x verschiedene Login-Möglichkeiten anzubieten macht jedenfalls keinen Sinn.
Stichworte: , socialmedian, xing |