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Von Stephan Sperling | 24.März 2009
Beim heutigen Mittagessen habe ich aus unserem Zeitschriften-Fundus das Horizont-Extra “Digital Innovators’ Summit” gezogen und gelesen. Mein Fazit: Ich sollte aufhören, beim Mittagessen zu lesen. Ich muss mich doch immer nur aufregenwundern. Aber gut, zu spät.
Ein paar Aussagen muss ich aber auf jeden Fall kommentieren:
“Ein wichtiges digitales Geschäftsmodell der Zukunft wird mobil sein.”
Mag sein, aber wer weiss das schon so genau. Klar, der mobile Markt wächst rasant – aber wie soll das Geschäftsmodell der Verlage aussehen? Der Blick in die Zukunft lenkt aber offenbar ganz gut von den aktuellen Problemen ab. Online hat man, so scheint es längst aufgegeben. Anstatt hier endlich mal einen guten Job zu machen zieht die Karawane lieber weiter zur nächsten Baustelle…
“Wir warten noch auf die wirklichen Innovationen, die man monetarisieren kann…”
sagt Jochen Gutbrod, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung bei Holtzbrinck. Ob “warten, bis es uns einer vormacht” die richtige Taktik ist, wage ich zu bezweifeln. Einmal mehr wird man zum späten Folger, der das Nachsehen hat.
“Applikationen wie dem Appstore hält Schläffer [Telekom] für einen “großen Fehler”.”
Würde ich an seiner Stelle auch so sehen. Hier hat Apple mal wieder Nägel mit Köpfen gemacht und nicht gezögert, sich für externe Anwendungen zu öffnen. Das Resultat: 1 Mrd. US-Dollar erwarteter Umsatz in 2009. Verständlich, dass eine Telekom nicht gut finden kann – auch wenn es sich definitiv um ein überaus erfolgreiches Geschäftsmodell handelt. Ganz nebenbei ist das ja auch der erkennbare Trend im Web: Öffne dich, nutze die Kreativität der Massen und profitiere von erfolgreichen Konzepten.
“Inhalte anderer Anbieter zu adaptieren um Synergien zu schaffen und so Kosten zu sparen, lehnen die Diskutanten allerdings einstimmig ab.”
Ich will einen weiteren Aspekt hinzufügen: Denken Sie doch mal an den Nutzer! Der freut sich vielleicht, wenn er von Zeitung A zu Magazin B weitergleitet wird, weil er dort weiterführende Informationen zu einem Thema findet. So kann sich jeder um seine eigenen Stärken kümmern – und Nutzer werden “untereinander” weitergereicht und werden nicht z.B. von Google zum nächsten TV-Sender oder Newsportal geschickt.
“Wir müssen den Wert der Nutzer erkennen und diesen zu Geld machen.”
Absolut richtig, David Fulton von Microsoft! Mir ist nur leider kein einziger Verlag bekannt, der mich online intelligent bindet und mich zu einem Kunden weiterentwickelt. Hier lassen sich schnell große Erfolge erzielen, da bin ich mir sicher. Also: Online nicht aufgeben, sondern endlich besser machen! Das wäre gar nicht so schwer, man muss es nur machen!
Zuletzt noch meine Favoriten aus den “10 Thesen von Andreas Wiele” (Axel Springer Vorstand):
1. Kannibalisiere Deine Angebote und es wird nichts passieren! 5. Mache User Generated Content zu Deinem Freund! 9. Miss die Performance Deines Contents und der Business-Modelle!
Stichworte: , Apple, digital innovators' summit, geschäftsmodelle, Holtzbrinck, horizont, telekom |