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Von André Hellmann | 27.März 2009
Wie erfrischend. Für einen Berater ist es eigentlich unmöglich, Interna eines Kunden zu kommunizieren. Nun darf ich es aber mal ausdrücklich!
Gerade sitze ich im ICE zurück nach Karlsruhe von Nordhorn. Kleiner Ort an der niederländischen Grenze ungefähr auf der Höhe von Hannover (…ja, ich reise heute ca. 10 Stunden hin und zurück…). Dort hatte ein erstes Gespräch für ein gemeinsames Projekt im Online-Bereich bei den Grafschafter Nachrichten, der dortigen Tageszeitung. Spannende und große Runde, viele Ideen und viele Fragen. Ein übliches Bild in einem Verlag mit ca. 26.000 Auflage (IVW 4/2008).
Besonders spannend und ermutigend – deswegen blogge ich das hier – finde ich allerdings, dass der kleine Verlag mit seiner durchschnittlich frequentierten Website (monatlich ca. 50.000 Visits und knapp 400.000 PIs) im Internet gutes Geld verdient. Knapp 40.000 Euro in 2008. Und viele Kunden haben 2009 gleich wieder gebucht; über 30.000 Euro stehen hier schon wieder in den Büchern. Alleine von lokalen Kunden. Kein Vermarkter, keine OMS, kein Performance, kein Affiliate. Die Tendenz für Online-Werbeerlöse aus dem eigenen Markt für 2009 ist daher klar vorgegeben.
Sabine Nuffer, die sich operativ quasi gesamtverantwortlich für den Online-Bereich zeigt sagt stolz, dass man den Kunden nur von Online-Werbung begeistern muss. In Photoshop werden dazu schnell Banner und Screenshots gebastelt und dann geht es auf zum Kunden. Ich durfte sie ja heute live erleben und ich hätte auch fast ein Banner in Nordhorn gebucht… Bezahlt wird nach Festpreis pro Tag. Viele Werbeplätze sind für das ganze Jahr bereits gebucht.
Weiterhin bemerkenswert: Sie arbeitet 30 Stunden die Woche und kümmert sich parallel um das CMS-System, die Erstellung von Microsites, spielt Service-Person für Online-Anfragen und verkauft die Online-Werbung noch nebenher. Das ist sicherlich zum einen ein Lob an sie; zum anderen aber auch ein Gedankenspiel, wie viel Potential noch in dem (bzw. “einem”) Markt steckt.
Sicherlich hat die Strategie ihre Grenzen; Festpreis-Angebote für Formate und Platzierungen haben immer ihren Deckel und irgendwann ist mal Schluss mit Wachstum. ABER – Welcher Verlag in dieser Größenordnung nimmt denn jährlich überhaupt nur einen vierstelligen Betrag ein?
Also bitte, liebe Regional- und Lokalverlage. Ärmel hoch und die reifen Früchte geerntet. Wie lange wollen wir noch vor den blühenden Feldern stehen?
Freue mich sehr auf das Projekt und darauf, die gesteckten Ziele mit dem motivierten Team dort zu erreichen. War ein guter Tag (…und die lange Reise wert…).
Stichworte: , Deutschland, Online, Werbung, zeitung |