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« Google steckt 7 Mio. $ in Printwerbung | Home | Umfrage: Wie sollten Verlage auf die Google News-Vermarktung reagieren? »
Von Stephan Sperling | 5.März 2009
Wir vertreten ja schon immer die Auffassung, dass sich Tageszeitungen auch im Web auf ihre Stärken konzentrieren sollten – die regionale/lokale Kompetenz. Hier haben die Verlage einen echten Wettbewerbsvorteil – denn lokale Inhalte finden sich oft nur bei der lokalen Zeitung, währen die News aus der große weiten Welt überall gefunden werden können.
Mal wieder ist es die New York Times die zeigtversucht, wie es vielleicht gehen könnte. Unter dem Titel “the local” werden im Augenblick zwei Stadtteil-Blogs getestet (“Maplewood, Millburn and South Orange“ sowie “Fort Greene and Clinton Hill“), die sich auch wirklich ausschließlich mit dem jeweiligen Stadtteil beschäftigen. Für jeden Blog arbeitet ein NYT-Journalist – und wenn alles gut geht bald auch eine Reihe so genannter “Bürgerjournalisten”. Es entsteht also eine Art “Mitmachjournalismus” unter der Führung einer renommierten Zeitung.
Ich bin mir sicher, dass das auch in Deutschland funktionieren könnte. Viele Verlage wollen davon aber nichts wissen und so ist es kein Wunder, das auch hierzulande überall neben den Tankern (“Tageszeitung”) flotte Schnellbote (“Blogs) auftauchen. Gut, manche der Schnellboote mögen heute noch Ruderboote sein (und es immer bleiben), aber viele von ihnen nehmen auch schnell Fahrt auf. Suchen Sie mal in ihrer Stadt/Region nach Blogs – sie werden sicher fündig!
Natürlich macht die NYT das alles nicht nur aus journalistischem Antrieb. Hinter den Blogs steht auch die Idee, diese an die lokalen Händler zu vermarkten. Darin besteht sicher eine große Chance, da lassen sich viele spannende und kreative Vermarktungsideen spinnen. Zumindest mit Streuverlusten hat man als Händler hier sicher am wenigsten zu kämpfen. Wäre ich Werbetreibender, würde ich die Stadtteilseite auf jeden Fall zumindest dem Anzeigenblatt vorziehen:
Für den Verlag lassen sich solche Blogs nahezu ohne Kosten umsetzen – was nötig ist, ist allerdings redaktionelle Manpower. Und der Wille, auf die Leser zu- und einzugehen und sie darüber hinaus auch aktiv einzubeziehen. Hat ein Verlag Interesse, das einfach mal auszuprobieren? Dann bitte melden!
Eine spannende Diskussion zum Thema finden Sie übrigens bei medienlese.com – und von heute noch ein Update zu dem Thema.
Und mehr über die Strategie der NYT lesen Sie bei Netzökonom Holger Schmitd: “Die Internet-Strategie der New York Times ist brilliant“
Stichworte: , bürgerjournalismus, mitmachjournalismus, New York Times, NYT, the local |