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Von Stephan Sperling | 2.März 2009
Google ist bei Zeitungen gefürchtet und geliebt zugleich. Neben der latenten Angst vor der Datenkrake profitieren viele Seiten auch von Google AdSense, weil sich damit hervorragend unbeliebte Werbeplätze füllen lassen. Das geht schnell, einfach und vor allem ohne Kosten. Recht einfach lassen sich so ein paar Euro extra verdienen.
Wie funktioniert Google AdSense? Auf der Seite, auf der die Werbung erscheinen soll, wird ein Code-Schnipsel eingebaut. Google durchsucht den Inhalt der Seite und liefert passend dazu Anzeigen aus. So weit die Theorie. Denn nicht selten ist der Google-Algorithmus scheinbar auch überfordert, wie das folgende Fundstück zeigt:
Die Anzeige habe ich auf der Medien-Seite (Übersicht) einer großen deutschen Tageszeitung gefunden. In einem der vielen angeteaserten Artikel geht es in der um Jade Goody, an Krebs erkrankte Ex-BigBrother-Kanditatin, die wohl vor laufender Kamera sterben wird. Google hat diese Nachricht offenbar als Thema der Seite identifiziert und liefert dementsprechend die Anzeige aus.
Dieses Beispiel ist nur eines von Vielen – und vielleicht haben Sie sich auch schon mal gefragt, wie derartige oft völlig unsinnige Anzeigen zustande kommen? Besonders der Text scheint nicht wirklich zur Anzeige zu passen: “Sterbehilfe – Riesenauswahl – sicher kaufen und verkaufen” – da stimmt etwas nicht, sagt einem der gesunde Menschenverstand.
Hier eine kurze Erklärung:
Zunächst hat der Google-Crawler das Thema “Sterben” wohl als besonders zentral auf der Seite eingestuft. Warum auch immer – es gäbe auf der Seite für Werbung definitiv dankbarere Themen. Dahinter steckt aber eben lediglich eine Maschine, die nur so schlau ist wie die Menschen, die sie füttern. Das Wort “Sterben” ist offenbar nicht auf einer so genannten Blacklist zu finden – einer Liste also, auf der bedenkliche und damit zu ignorierende Themen verzeichnet sind und diese entsprechend filtert.
Das ist der eine AdSense-Teil der Erklärung.
Nun kommt das Keyword-Advertising-Tool “Google Adwords” ins Spiel, über das Anzeigen wie die obigen gestaltet und geschaltet werden können. Insbesondere für große Unternehmen wie eBay oder auch Versandhäuser wie Amazon ist es dabei natürlich unmöglich, für jedes Produkt bzw. für jedes Keyword einen eigenen Anzeigentext zu entwerfen. Also behilft man sich mit folgendem Trick:
Man lässt Google einfach das Keyword/das Thema der Seite automatisch in die Anzeige einsetzen – und textet dazu einen möglichst universellen Text:
“Wird ein Keyword-Platzhalter für eine Anzeige verwendet, wird das Keyword, das die Impression auslöste, in den dem Nutzer angezeigten Text eingefügt. “
Wäre die Anzeige also auf einer Seite mit dem Thema “Computerspiele” erschienen, hätte die Anzeige auch wie folgt aussehen können:
Computerspiele Riesenauswahl zu Niedrigpreisen Sicher bei eBay kaufen & verkaufen!
Und schon macht die Sache wieder Sinn. Insbesondere für den Verlag, der nur mit guten Anzeigen auch gutes Geld verdienen wird. Macht der Google-Crawler allerdings keinen guten Job und wird dazu noch ein Platzhalter-Anzeige ausgeliefert, kann es eben auch zu derartigen Anzeigen kommen.
Stichworte: , adsense, adwords, Anzeigen, blacklist, Geschäftsmodell, Google |