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Von Stephan Sperling | 6.April 2009
“Google is in the final analysis a parasite that creates nothing…”
Gewagte Aussage, die Henry Porter, Journalist des Guardian da trifft.
Und darum geht es:
Musiker bzw. die gesamte Plattenindustrie möchte Google dazu zwingen, aus Youtube verbannte Musikvideos wieder aufzunehmen. Google hatte diese Videos aus dem Netz genommen, nachdem die Plattenindustrie Gebühren für die Nutzung des Materials verlangt hatte. Google hat nachgerechnet und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass es sich nicht lohnt, für die Plattenindustrie Werbung zu machen und dafür auch noch zu bezahlen. Eine legitime betriebswirtschaftliche Entscheidung.
Absurde Forderung: Jetzt versucht man Google dazu zu zwingen, ein Produkt zu kaufen und ins Sortiment aufzunehmen, mit dem es kein Geld verdienen kann. Ganz ohne den Parasiten, so schein es, ist das Überleben im digitalen Zeitalter wohl doch schwerer als man zugeben möchte.
Dass man versäumt hat, eigene Plattformen aufzubauen, möchte man nun Google in die Schuhe schieben. Ohne Youtube steht man plötzlich mit bescheidener Reichweite da und wird das auch spüren.
Techcrunch analysiert die absurde Forderung der Plattenindustrie erschreckend klar und meiner Meinung auch sehr richtig:
„That isn’t going to happen, and all this hand wringing isn’t helping to move their respective industries toward a successful business model. They either need to adapt or die. And they’re choosing a very noisy and annoying death.”
Bleibt zu hoffen, dass der Verlagswelt nicht das gleiche Schicksal blüht. Auch hier hat man Google ja bereits als Wurzel allen Übels ausgemacht und sich gleichzeitig in eine enorme Abhängigkeit begeben. „Adapt or die“ – das gilt auch für Verlage.
Update:
“Susan Boyles Auftritt in dem UK-Äquivalent des Reality-TV-Formats “Deutschland sucht den Superstar” ist auf YouTube zu einem der größten Online-Hits bisher mit insgesamt über 100 Millionen Zugriffen geworden. (…) Gleichzeitig haben einige festgestellt, dass CDs des Musicals “Les Miserables”, von welchem der gesungene Song stammt, in Folge des Erfolgs des Clips enorm gestiegen sind. In den USA ist die “Les Miserables”-CD in den Amazon-Verkaufs-Charts von 1000 auf 32 gestiegen. “
Das muss man nicht weiter kommentieren, wohl aber sollte man den ganzen Artikel bei netzwertig.com lesen.
Stichworte: , geschäftsmodelle, Google, Musik, plattenindustrie, YouTube |