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Von André Hellmann | 24.August 2009
Die zelect GmbH wächst; zum einen, weil wir tolle Projekte mit tollen Kunden haben. Zum anderen aber auch, weil wir mit trickle.me das Gelernte in Form einer eigenen Plattform in die Tat umsetzen wollen. Und wenn man wächst, dann braucht man Menschen, die Mit-Denken und Mit-Arbeiten. Aber woher nehmen wenn nicht stehlen. Wir verfügen leider nicht über tiefe Taschen für teure Personalberater oder exquisite Stellenanzeigen in Print und Online (oh boy, kann man da Geld lassen). Aber scheinbar geht es da ja nicht nur uns so…
Also haben wir mal überlegt, wen wir eigentlich haben wollen und woher wir die Leute bekommen können. Wir brauchen Web-affine Leute, ohne Berührungsängste und mit Mut zu einer eigenen Meinung in einer komplexen und unvorhersehbaren (Medien-)Welt. Auf der anderen Seite sind die Belastungen bei uns nicht ohne; lange Tage, kurze Nächte, per Du mit dem Personal der Airlines und glorreichen Deutschen Bahn, Mails und Anrufe an Wochenenden sind die Regel. Und dann will man ja auch diese “Macher”, die was auf die Kette kriegen und keine Luftikusse, die die Luftschlösser nur planen aber nicht bauen können. Um dem Ganzen dann noch die Krone aufzusetzen ist natürlich auch wichtig, dass es persönlich stimmt. Nichts macht weniger Spaß als ein kleines Team das sich nicht abkann.
Da sitze ich nun mit den offenen Stellen und all diesen Filtern. Uff. Stellenprofile sind gleich geschrieben und auf die Website gestellt. Aber woher kommt der Traffic der richtigen Leute? zelect.de hat nun wirklich nicht gerade den Traffic von monster.com oder so. Die Blogs lagen nahe, die ja nun auch schon ein wenig einges Publikum anziehen. Außerdem haben wir (die zelect-Mitarbeiter) zusammen auch über 1.000 Xing-Kontakte. facebook ist für uns alle auch Pflichtprogramm, klar und auf Twitter sind wir auch keine Jugnfrauen.
Also, nichts wie gepostet. Schließlich hat uns das bereits einen guten Namen und vor allem namhafte Kunden eingebracht. Warum nicht auch gute Mitarbeiter? Und in der Tat war der Rücklauf von tatsächlich potentiell in Frage kommender Anfragen super. Viel besser als erwartet. Sicher nicht so viel wie über das Arbeitsamt kommt oder per Personalberater (hatten wir beides bereits getestet); dafür aber in allen oben genannten Kriterien besser geeignet. Bingo.
Die interessanteste Komponente, über die wir dann letzten Endes zu unseren lieben neuen Kollegen kamen ist aber die gute alte Mund-Propaganda. Kontakte, Freunde und Follower kannten Leute, die Leute kannten, die für den Job in Frage kamen und Interesse hatten. Direkte Kontakte, die ich selbst deswegen nie direkt angesprochen hätte posteten die Infos in ihre Netzwerke bzw. leiteten die Links gezielt weiter. Sogar manche Kunden wurden aktiv und leiteten die Infos weiter an ihre Netzwerke.
Witzig war dann auch, dass uns eigentlich alle Bewerber aus unseren Social Media Aktivitäten kannten und wussten wer wir sind und was wir tun. Wir waren also zuvor schon als Unternehmen und Arbeitgeber bekannt und positioniert. Der “Fit” auf der ideellen Ebene war also gleich da.
Insgesamt kann ich nur sagen, dass wir uns in Zukunft wohl auch das Geld sparen werden, bestimmte Positionen über die klassischen Wege zu besetzen. Es ist teurer, aufwendiger, Zeit-intensiver und weniger effektiv. Wenn mich in Zukunft jemand fragt, warum wir bloggen, twittern und sharen und wo hier messbar ein geldwerter Vorteil entsteht verweise ich auf die Opportunitäts-Kosten verweisen, die eine konventionelle Personalsuche verschlingt.
Und parallel ist so für uns ein ganz neuer Beratungs- und Seminar-Ansatz entstanden: Wie können sich regionale Tageszeitungsverlage so positionieren, bessere Auszubildende und Mitarbeiter finden und diese Services vielleicht sogar ihren Kunden anbieten, um die schwindenden Erlöse aus dem Stellenmarkt zum Teil zurückzugewinnen. Mehr Infos dazu in Kürze hier!
Stichworte: , facebook, Mediennutzung, Personal, Social Web |