Der RSS-Feed
Der Newsletter
Der twitter-Kanal
Die YouTube Video-Ecke
Advertising Anzeigen Apple Auflagen bild Crossmedia Die Zeit digitale Zeitung facebook FAZ Geschäftsmodell geschäftsmodelle Google handelsblatt Holtzbrinck horizont Internet iPhone IVW Jugendliche Klicks Krise MAC Marketing Mediennutzung Microsoft Nachrichten New York Times Online Paid Content Personalisierung Strategie Studie Suche tageszeitungen USA Verlage Video Werbung xing zeit zeitschriften zeitung zeitungen Zukunft aus dem deutschen Blätterwald (197) aus dem deutschen Webdschungel (71) In eigener Sache (12) Newspapers worldwide (60) Tools (9) Vortrag (1) Webtrends worldwide (90) Zitat der Woche (5)
WP Cumulus Flash tag cloud by Roy Tanck and Luke Morton requires Flash Player 9 or better.
« Optimistische Krisen-Thesen | Home | Content-Kleptomanen und Plagiatoren »
Von Lars Grasemann | 30.September 2009
Oder das Verhältnis von Verlagen zu „Push“ and „Pull“-Vertriebskanälen.
Im Umgang mit News-Aggregatoren und Suchmaschinen äußern Verlagsvertreter häufig Bedenken, von diesen digitalen Vertriebswegen zu wenig zu partizipieren bzw. sogar „schleichend enteignet“ zu werden. In der aktuellen Diskussion bin ich auf einen Artikel gestoßen, der sich mit dem Thema „Leistungsschutzrecht für Presseverlage“ beschäftigt. Den wirklich lesenswerten Artikel findet man hier.
Besonders gefallen hat mir folgende Passage:
Natürlich kann von Content-Klau angesichts des Umstands, dass es hier um Handlungen geht, die nach geltendem Recht völlig legal sind, überhaupt keine Rede sein. Ohnehin könnte man das durchaus auch grundsätzlich anders sehen. Man könnte argumentieren, dass es im Netz mehr als genug Inhalte gibt, die von ihren Schöpfern, Produzenten und Erfindern freiwillig und zur kostenlosen Nutzung veröffentlicht werden. Und dass angesichts der unübersehbaren Flut der Inhalte und Informationen diejenigen, die dafür sorgen, dass sie erschlossen werden, auffindbar sind und aggregiert werden und die gleichzeitig den Webseiten der Inhaltsanbieter erhebliche Zugriffe verschaffen, in einer globalen Wissensgesellschaft diejenigen sind, die dafür mit eigenen Rechten oder gesetzlichen Vergütungsansprüchen belohnt werden müssen. Aber das würde wahrscheinlich als ketzerisch angesehen.
Hier muss ich dem Autor Till Kreutzer auf ganzer Linie recht geben. Bei genauerer Betrachtung muss ich mich sogar über diese radikale Haltung gegenüber Suchmaschinen und News-Aggregatoren wundern, sind die Verlage in anderen Bereichen weniger konsequent. Ein Beispiel:
Ein Gros der Verlage nutzt seit Jahrzehnten den Vertriebskanal der sogenannten WBZ´ler (WBZ = werbender Buch- und Zeitschriftenhandel). Diese werden im Volksmund auch „Drücker“ genannt und verkaufen klinkenputzend Abonnements für die Printerzeugnisse. Das ganze geschieht in der Regel ganz ohne auffordernden Impuls des Kunden, da der WBZ´ler irgendwann einfach vor der Tür steht. Ein echter „Push“-Kanal, den die Verlage sich eine Menge Geld für Provisionen kosten lassen.
News-Aggregatoren und Suchmaschinen hingegen funktionieren genau umgekehrt. Nutzer werden bei ihrem Suchinteresse abgeholt und zielgenau zur möglichst relevanten Quelle vermittelt. Sozusagen ein „Pull“-Kanal, bei dem der Nutzer mit einem deutlich erfreulicheren Erstkontakt erreicht wird. Für den Aufbau einer guten und langfristigen Kundenbeziehung eine wesentlich bessere Voraussetzung als ein „gepushter“ Kontakt.
Daher mein Appell an die Verlagswelt: bauen Sie Scheu und Ängste ab und nutzen Sie die Möglichkeiten von News-Aggregatoren und Suchmaschinen als Vertriebskanal. Die hierüber hergestellten Kontakte gilt es in echte Kundenbeziehungen zu wandeln. Statt Google und co. als kriminelle Schmarotzer zu beschimpfen, investieren Sie lieber in den Aufbau guter Kundenbeziehungen übers Netz.
Denn vermutlich werden kommende Generationen keinem WBZ´ler mehr die Tür öffnen…
Stichworte: , Drücker, Google, Leistungsschutzrecht, News-Aggregatoren, Pull, Push, Verlage, WBZ |