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« Lernen statt kämpfen | Home | USA-Update: Wo die Reise hingeht »
Von Stephan Sperling | 23.Oktober 2009
In den letzten Wochen tobt die Diskussion, ob man nun mit Inhalten im Internet Geld verdienen kann oder nicht. Hier das für uns spannendste Studien-Ergebnis:
“Noch kein Ende der Kostenlos-Kultur im Internet in Sicht” “Nur 16 Prozent der deutschen Internetnutzer sind grundsätzlich bereit, für onlineveröffentlichte Artikel zu zahlen. Das hat der Webmonitor von BITKOM und Forsa ergeben.” (Quelle)
Wir machen mal eine kleine Rechnung auf:
Das macht 57.400.000 Internetnutzer und damit 9.184.000 Zahlungswillige. Und das soll kein Potential sein?
Natürlich ist die Zahlungsbereitschaft Online noch weit entfernt von 25.100.000 gedruckten Zeitungsexemplaren, die aktuell in Deutschland pro Erscheinungstag verkauft werden (BDZV). Aber dennoch liegt hier ein großes Potential brach, weil es offenbar keine passenden Angebote gibt.
Die wenigsten Content-Anbieter haben heute überhaupt ein Angebot für Zahlungswillige im Sortiment. Die einen breiten alle Inhalte kostenlos im Netz aus – ohne intelligente Bindungs- und Entwicklungsmechanismen. Andere lassen jeden Nutzer gegen eine Paywall laufen, in der es noch nicht einmal kleine Fenster zum reinschauen gibt. Die Nächsten setzen all ihre Hoffnungen auf das Leistungsschutzrecht, wieder andere hoffen auf die Telekommunikationsanbieter und deren Innovationskraft bei der Einführung simpler Bezahl-Systeme.
Dass Ergebnis ist bei allen Vorgehensweisen das selbe: Anstatt endlich den ersten Schritt zu gehen verharren viele Content-Anbieter in Hab-Acht-Stellung, beobachten den Wettbewerb und setzen ihre Hoffnungen in den Gesetzgeber oder Dritte.
Dabei braucht es weder einfachere Zahlungsmethoden noch gesetzliche Regelungen – sondern einfach nur ein ansprechendes Angebot. Content allein scheint nicht zu genügen, was fehlt sind entsprechende Services “drumherum”. Und diese Services müssen so gestrickt sein, dass ein bestimmter Prozentsatz der Nutzer bereit ist, dafür auch zu bezahlen. Nutzern ohne Zahlungsbereitschaft darf dabei aber nicht die Tür vor der Nase zugeschlagen werden, sie müssen einfach mit weniger Leistung leben – und können im Laufe der Zeit eventuell zu zahlenden Kunden entwickelt werden.
Das Unternehmen XING macht vor, wie es funktioniert: Deutlich unter 10% der Nutzer sind bereit, für eine Premium-Mitgliedschaft mit erweitertem Funktionsumfang zu bezahlen. Aber auch davon lässt sich’s gut leben!
Für unser Projekt trickle.me haben wir (ganz sicher nicht repräsentativ) über 50 Menschen im Alter zwischen 18 und 57 zu den Zahlungsgewohnheiten im Internet befragt. Hier ein paar Ergebnisse:
Nun sind diese Ergebnisse wie gesagt ganz sicher nicht repräsentativ und doch zeigen sie ganz deutlich, dass das Thema “Geld ausgeben im Internet” längst zu unserem Alltag gehört. Es fehlt also weder an der generellen Bereitschaft zum Web-Einkauf, noch scheitert es an unzulänglichen Bezahlmodellen. Was im Content-Bereich fehlt sind gute Produkte und auf die Nutzer-Interessen perfekt zugeschnittene Angebote.
Wohin die Einstellung “Der Kunde ist schuld, weil er nicht kaufen will was wir ihm anbieten” führt, haben wir bei Quelle gerade eindrucksvoll erlebt.
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