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Von Lars Grasemann | 17.Juni 2010
Gestern nachmittag unserer Zeit sprach John Paton, seines Zeichens Journal Register co. CEO, auf der Editor & Publisher Interactive Media Conference & Trade Show und gab Empfehlungen, wie Verlage die Transformation vom Zeitungshaus zum Medienhaus gestalten sollten. Er hebt drei Aspekte hervor, die dabei besonders beachtet werden müssen.
Aspekt 1:
How do you know what the argument is when the argument is no longer in the newspaper? It’s increasingly on the web.
Paton weist darauf hin, dass Diskussionen und Meinungsbildung künftig verstärkt im Netz stattfinden werden. In bestimmten Bereichen finden diese bereits überwiegend online statt. Das kann eine Bedrohung für den Stellenwert der Zeitung bedeuten. Andererseits kann man dies auch als Chance interpretieren, sich langfristig zu positionieren.
Aspekt 2:
How are you going to know what to build if you don’t know what people want. How do you know what type of information they want? Research has to be your tool.
How are you going to know what to build if you don’t know what people want. How do you know what type of information they want?
Research has to be your tool.
Der Leser, das unbekannte Wesen. In der Vergangenheit war oft nur umständlich zu ermitteln, was die Leser wirklich interessiert. Im Zweifelsfall wurde aus dem Bauch heraus entschieden, was den Leser zu interessieren hat. In Zukunft müssen sich Verlage dem neuen Selbstverständnis des Rezipienten stellen, der selbst seine Interessen definiert und seine Mediennutzung danach ausrichtet. Das war in der Vergangenheit auch so, nur haben wir es dort nicht mitbekommen: es konnte uns auch egal sein, wer in der Familie den Sportteil und wer die Todesanzeigen liest. Das Produktbündel Zeitung löste für uns das Problem. Doch im Netz funktioniert das pauschale Bundling nicht. Wer hier am Markt vorbei produziert, wird auf Sicht keine Chance haben. Deshalb legt Paton allen Verlagen ans Herz, verstärkt Research zu betreiben.
Statement 3:
two thirds of all your costs are in legacy infrastructure, not in the three things that build value: content, advertising, marketing. You are going to have to get rid of those infrastructure costs.
Die Organisation und Infrastruktur der meisten Verlage ist auf die komplette Wertschöpfungskette inkl. Druck und Distribution ausgerichtet. Dabei gibt es eine Schieflage zwischen kostenverursachenden Bereichen(Herstellung, Logistik) und den wirklich wertschöpfenden Bereichen (Redaktion, Vermarktung, Vertrieb im weitesten Sinne). Paton appelliert, dass ein Medienhaus langfristig nur überleben kann, wenn es diese Schieflage beseitigt, sprich: “Steine und Eisen” abbauen und in die Kernkompetenzen investieren. Dazu zählt Paton auch die Ausstattung der Redaktionen mit den modernsten Techniken.
Aus meiner Sicht hat Paton hier wesentliche Aspekte genannt und Empfehlungen abgegeben. Es bleibt spannend zu beobachten, wer a) den Empfehlungen folgt und b) den Wandel vom Zeitungs- zum Medienhaus schafft.
Weitere Zitate zu seiner Rede finden Sie hier: http://www.newshare.com/wiki/index.php/Eppy-paton
Die Folien zu seiner Präsentation hier: http://www.newshare.com/pdfs/eppy-paton.pdf
Stichworte: , John Paton, Medienhaus, Strategie, Verlag, Wandel, zeitung |